Old as new

Moonshine, Jell-O, Orange blossoms: Die wilden Zwanziger Jahre brachten nicht nur Partys und neue Freiheiten, sondern auch viele aufregende kulinarische Trends - so festlich, dass man sie gerne wieder aufleben lassen möchte.

Die wilden Zwanziger Der Charleston, ausgelassene Jazzmusik, das Flapper-Girl. Und die Speakeasy. Von 1920 bis 1933 waren der Verkauf, Handel und die Herstellung von Alkohol in den Vereinigten Staaten verboten: die Prohibition der The Prohibition Era.

Die Goldenen Zwanziger waren auch eine Zeit des Optimismus nach dem Ersten Weltkrieg und - genau wie heute - einer Pandemie (Grippewelle von 1918): Es herrschte wieder Vertrauen in die Zukunft und technischer Fortschritt. Es entstand eine Faszination für alles Neue, der Wohlstand stieg und die Menschen strömten nach New York und Chicago. Gleichzeitig gab es zahlreiche Befürworter der Prohibition, die den Alkoholkonsum als unmoralisch und gefährlich bezeichneten.

Der Mensch ist allerdings nicht so leicht zu zähmen: Überall im Land schossen geheime Bars - die berühmten Speakeasies - wie Pilze aus dem Boden, Alkohol wurde illegal gebrannt (so genannter Moonshine, wie Bathtub Gin) und es entstand eine lockere, experimentelle Musik- und Tanzkultur. In Harlem, New York, feierten legendäre Jazzmusiker wie Louis Armstrong, Bessie Smith und Duke Ellington im Cotton Club und Smalls Paradise große Erfolge. Dank der freieren Einstellung der Frauen werden neue Moden und Frisuren so beliebt wie nie zuvor: das Flapper-Girl wird geboren. Da Frauen während des Krieges zu vollwertigen Arbeitskräften wurden und 1920 das Wahlrecht für Frauen in Kraft trat, fühlten sie sich selbstbestimmter und unabhängiger. Die moderne Frau der Zwanziger Jahren rauchte, trank und tanzte. Die Röcke wurden kürzer, ebenso die Haare, und sie trug Absätze und ein auffälliges Make-up.

Trotz der Prohibition war die Stadt voller Leben und Trubel. Zwielichtige Bars, in denen Orange blossoms (billiger Gin mit Orangensaft) serviert wurde, existierten neben Speakeasy-Lokalen wie dem 21 in New York: ein mehrstöckiger Club mit Unterhaltung, Live-Musik und einem Restaurant. Dort floss der Alkohol in Strömen, aber in der Öffentlichkeit mussten die klassischen Austern mit Champagner nun den Fruchtcocktails Platz machen.

Die Washington Post empfahl 1927, zum Weihnachtsessen Fruchtsaft als Ersatz für Wein zu servieren. Erwarten uns nun, da das Ende der Pandemie in Sicht zu sein scheint, neue Goldene Zwanziger oder werden es eher langweilige Zwanziger Jahre sein? Auf jeden Fall können wir nun wieder mehr feiern, tanzen und essen und wir können auch den Fruchtsaft in der Weihnachtszeit vergessen. Lassen Sie sich von den 1920er Jahren inspirieren und feiern Sie eine schwungvolle Great-Gatsby-Party mit Cocktails aus der Zeit vor der Prohibition.

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BARS
speakeasies

Freiheit, Erfindergeist, Genuss: die Goldenen Zwanziger regen die Phantasie an. Schwungvoller Jazz, Flapper-Girls und Gangster wie Al Capone inspieren uns immer noch. Auf der Menükarte vieler Retro-Speakeasy-Bars stehen pre-prohibition Cocktails. Bei der "Detektei" Evans & Peel in London geht man durch das Büro in eine Cocktailbar. Die geheimnisvolle Speakeasy-Kneipe Dr. befindet sich irgendwo im Scheepvaartkwartier in Rotterdam. Und das New Yorker Speakeasy Bathtub Gin bezieht sich auf den selbst gebrannten Alkohol vergangener Zeiten. In Paris öffnet die Mobster Bar (vielleicht) die Tür für Sie.

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HÄPPCHEN
canapés

Neue Produkte aus den 1920er Jahren wie Jell-O, 7-Up und Snickers waren die Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Süßem. In den Zwanzigern war auch herzhaftes Fingerfood sehr angesagt, sowohl in illegalen und legalen Gaststätten als auch in Innenräumen. Ein guter Gastgeber servierte ein ganzes Arsenal an gesalzenen Nüssen, rohem Gemüse (wie rosa Radieschen), Essiggurken und Oliven, begleitet von kleinen Sandwiches und Canapés in allen Formen und Größen. Der andere Cocktail - aus Krabben - wurde in vielen Variationen angeboten, mit Krabben, Früchten, Austern oder Hummer. Auch die chinesische und die italienische Küche erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. Chinatown wuchs weiter und italienische Einwanderer nutzten die Prohibition geschickt aus. Sie eröffneten Hunderte von Speakeasies in Little Italy und haben dort auch gekocht. Zu einem Getränk ist ein dampfender Teller mit Spaghetti mit Fleischbällchen natürlich sehr willkommen.

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BOOZE
cocktails im Überfluss

Das während der Prohibition 1927 veröffentlichte Handbuch für Cocktailmixer, das von der obskuren Figur Judge Jr. geschrieben wurde, hieß Here's How. Darin findet man beliebte Cocktails wie den French 75: eine Mischung aus 45 ml Gin, 20 ml Zitronensaft und 20 ml Zuckersirup, gekrönt mit Champagner und Eis. The Bronx ist bereits ein old reliable aus der Zeit vor 1920: man mischt gleiche Teile (60 ml) Gin, Orangensaft und Wermut. Bei jedem Cocktail stand ein Vorschlag für einen Toast: ‘Here’s to the flapper; may she keep that fool-girl complexion!’

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